Unser Universum – ein Ort verborgener Wunder, unendlich ausgedehnt und niemals ganz zu erfassen. Doch wenn die Nacht hereinbricht, offenbart es einige seiner Geheimnisse denjenigen, die sich mit ihrem Teleskop aufmachen in die Dunkelheit, fernab jeglicher Lichter der Zivilisation.

Angekommen auf der Beobachtungswiese wird man von einem lauen Sommerabend empfangen. Während die Dämmerung langsam voranschreitet, wird das Teleskop aufgebaut und die eingebauten Lüfter kühlen leise surrend den Hauptspiegel herunter. Am dunkler werdenden Himmel zeichnen sich die ersten Sterne ab und ganz langsam taucht das Band der Milchstraße auf, während in der Ferne ein kleiner Kauz zu rufen beginnt. Schon bald ist es Nacht und das erste Sternenlicht fällt auf den Spiegel des Teleskops:



Denn dort, tief vergraben in den weitläufigen Spiralarmen unserer Galaxie, machen wir halt bei einem Offenen Sternhaufen. Im Okular funkeln über 100 Sterne, manche hell, manche schwach, manche bläulich leuchtend, andere wiederum in einem aschfahlen Gelbton glimmend. Die am weitesten entfernten Vertreter dieser Objektgruppe erscheinen als körniger Lichtfleck – glitzernder Sternstaub vor dem samtschwarzen Hintergrund des Himmels. All diese Sternansammlungen entstanden einst aus Gas- und Staubwolken. Richtet man das Teleskop auf solch ein Sternentstehungsgebiet, durchziehen feinste Nebelfilamente das Gesichtsfeld, während sich die Staubmassen wie dunkle Schatten vor das leuchtende Gas legen. Weit außerhalb der riesigen, sich drehenden Spiralarme, im Halo unser Milchstraße, befindet sich die Heimat der Kugelsternhaufen. Mit dem Teleskop können sie bei hoher Vergrößerung in funkelnde Kugeln aus Tausenden von Sternen aufgelöst werden – zum Zentrum hin immer dichter werdend und nach außen sanft auslaufend.

Verlassen wir unserer Heimatgalaxie, so treffen wir in vielen Millionen Lichtjahren Entfernung auf andere Welteninseln, sich drehende „Feuerräder“ aus Abermilliarden von Sternen. Je größer das Teleskop, desto mehr Geheimnisse geben die fremdartigen Galaxien preis – angefangen von wunderschön geformten Spiralarmen, dunklen Staubbändern und leuchtkräftigen Superclustern. Die meisten Galaxien sind nicht alleine im Universum, sondern bilden mit anderen Welteninseln riesige Galaxienhaufen, die viele Milliarden Lichtjahre von uns entfernt sein können. Im Okular sind 10 oder mehr Galaxien gleichzeitig erkennbar, alle miteinander verwoben im kosmischen Tanz der Gravitation.

Anderthalb Milliarden Lichtjahre vom sichtbaren Rand des Universums entfernt, befindet sich ein gewaltiges Schwerkraftmonster - ein schwarzes Loch mit der 20- milliardenfachen Masse eines Sterns. Es akkretiert unaufhörlich Materie und leuchtet billionenfach heller als unsere Sonne. Nur deshalb ist es im Teleskop als sehr schwacher Lichtpunkt zu erkennen, der immer mal wieder aus der Dunkelheit aufblitzt. 12 Milliarden Jahre war das Licht von diesem Quasar auf der Reise, für uns gefühlt eine halbe Ewigkeit.





Und während die Photonen aus diesem entferntesten Winkel unseres bekannten Universums noch auf die Netzhaut prasseln, erhebt sich im Osten der orangerot leuchtende Mond über den Horizont. Man löst das Auge vom Okular und befindet sich wieder auf der Beobachtungswiese, umgeben von zirpenden Grillen und dem sanften Rauschen des Windes.

Auf der Wiese steht das Teleskop, welches diese Reise in die Tiefen des Weltalls erst möglich gemacht hat. Das warme Licht des aufgehenden Mondes wird im präzise gefertigten Hauptspiegel reflektiert, der aufwändig auf der Spiegelzelle gelagert und sicher in der Spiegelbox untergebracht ist. Karbonstangen und geschweißte Aluminiumrahmen geben dem Teleskop die notwendige Stabilität, um die wunderbaren Bilder schwingungsfrei betrachten zu können.

Trotz der technischen Details, der Summe seiner Einzelteile oder seiner technischen Daten ist ein Teleskop so viel mehr als das:

Es ist unser Fenster ins Universum und durch dieses werfen wir in einer klaren Nacht einen Blick in die Unendlichkeit hinter den Horizont!

Teleskopserie "Infinity NL"        Teleskopserie "Horizon"