IC 5146, Kokon- Nebel



Beschreibung


Wenn sich im Sommer die Milchstraße wie ein leuchtendes Band quer über den Himmel zieht und das Sternbild Schwan nahezu im Zenit zu finden ist, dann ist die beste Zeit, um einen Blick auf den Kokon- Nebel zu werfen. Man findet diesen Gasnebel im nördlichen Teil des Sternbildes, irgendwo zwischen Deneb und dem angrenzenden Sternbild Cepheus.

Wer nun erwartet, aufgrund des klangvollen Namens einen hell leuchtenden Gasnebel vorzufinden, der liegt falsch. Vielmehr glimmt der Kokon- Nebel in einer Entfernung von etwas mehr als 3.000 Lichtjahren nur schwach vor sich hin, so als hätte sich ein Schleier davor gelegt. Zum Leuchten angeregt wird der Nebel von einem sehr jungen Sternhaufen im Zentrum, der sich aber hinter dichten Staubwolken versteckt und nur auf Aufnahmen im Infrarot zu sehen ist.

Auch mit einem 20" Teleskop gibt der Kokon- Nebel nicht viel von seinen Geheimnissen preis. Man erkennt bei geringer Vergrößerung in Verbindung mit einem Nebelfilter ein zartes Leuchten um einen helleren Stern der 10. Größenklasse, dessen Alter auf nur 100.000 Jahre geschätzt wird. Erst mit der Zeit schälen sich ein paar wenige Strukturen und hellere Stellen heraus - nur schwer greifbar aufgrund der geringen Helligkeitsunterschiede. Den sehr jungen Sternhaufen im Zentrum sucht man selbst mit 50cm Öffnung vergebens, auch eine Vergrößerung von V=270x hilft hier nicht weiter.

Erwähnenswert ist aber auf jeden Fall ein langer Schlauch aus Staub, der sich ausgehend vom Kokon- Nebel durch das dichte Sternfeld der Milchstraße zieht und den Eindruck hinterlässt, als hätte jemand mit einem kosmischen Staubsauger in einem schmalen Streifen einfach die ganzen Sterne weggesaugt.


Zeichnung