Messier 27, Hantelnebel



Beschreibung


Es gibt Objekte, zu denen muss man eigentlich nicht viel sagen. Jeder kennt sie und jeder hat sie schon einmal gesehen. Der Hantelnebel gehört da sicherlich dazu.

Aufgrund der geringen Entfernung von nur 1.400 Lichtjahren erscheint uns dieser Planetarische Nebel mit der Katalogbezeichnung Messier 27 natürlich sehr groß und hell. Aber trotzdem fand ich den Hantelnebel nie sonderlich spannend. Klar, die namensgebende Form ist ganz nett. Aber nett ist ja vieles im Leben und während der Hantelnebel auf Fotografien immer recht farbenfroh und strukturiert daherkommt, starrt man mit dem Teleskop in eine Suppe aus grau leuchtendem Gas. Zumindest war das meine Erfahrung mit kleinen und mittelgroßen Teleskopen.

Da ich Messier 27 aber noch einmal eine Chance geben wollte, habe ich mich im Sommer mit 20" Öffnung und UHC bewaffnet auf die Suche nach Details im Hantelnebel gemacht:

Ohne Filter sind im Nebel erst einmal recht viele Sterne zu sehen. Ich habe mir extra ein wenig Zeit genommen, um alle zu kartografieren. Wenn ich mich nicht verzählt habe, komme ich auf 16 Sterne im Nebel. Der kleine Stern direkt im Zentrum ist der Zentralstern mit einer visuellen Helligkeit von 14mag. Er ist an der Oberfläche über 100.000 Grad heiß und hat einen Durchmesser von 77.000km, was ihn zu einem der größten, wenn nicht sogar zum größten weißen Zwerg überhaupt macht.

Mit UHC- Filter und einer Vergrößerung von rund 200x habe ich dann die Nebelmassen genauer untersucht. Es sind tatsächlich einige hellere Stellen im Inneren zu erkennen und die Ohren treten rechts und links klar zutage. Die Nebelmassen, die über die Ohren hinaus gehen, sind auch mit 20" nur sehr schwach zu sehen. Dafür ragt von links oben kommend eine dunklere Wolke in den Nebel hinein, die mir früher nie so richtig aufgefallen ist.

Bei nächsten Mal werde ich Ausschau nach dem Halo von M27 halten. Ich bin gespannt, was davon zu sehen ist.


Zeichnung