Teleskopserie "Horizon"


Die Teleskopmechanik


Auf die Teleskopmechanik muss bei einem so kurzen Öffnungsverhältnis wie f/3 ganz besonderer Wert gelegt werden. Aus diesem Grund war es alles andere als einfach, ein extrem stabiles, aber dennoch leichtes Teleskopgerüst zu entwickeln und zu konstruieren. Unzählige Stunden an Entwicklungsarbeit, Prototypenbau und Testbeobachtungen stecken in der fertigen Konstruktion - alles Dinge, an die man im ersten Moment gar nicht so unbedingt denkt, die aber eine Unmenge an Zeit und Ressourcen verbrauchen.

Auf eine extreme Leichtbauweise wurde aus den oben genannten Gründen verzichtet. Deswegen fallen einige Elemente, wie z.B. die unteren Stangenhalterungen oder die Querstrebe, sehr massiv aus. Leichte und sehr stabile Karbonrohre, zusätzliche Verstrebungen und geschweißte Aluminiumrahmen tragen ein jeder ihren Teil zur Steifigkeit des Teleskops bei.

Wie bei der vielfach bewährten Modellserie „Infinity+“ lag der Fokus in der Entwicklungsphase aber auch auf einer intuitiven Bedienung und darauf, dass das Teleskop schnell und einfach in seine Einzelteile zerlegt und wieder zusammengesetzt werden kann. Lediglich die vordere Querstrebe wird aus Stabilitätsgründen mit vier Inbusschrauben an den Höhenrädern befestigt, alle anderen Arbeiten können werkzeuglos erledigt werden. Mit ein wenig Übung ist der Aufbau je nach Transportmodus in 10 Minuten oder weniger zu bewerkstelligen.

Sowohl das 20“ f/3 als auch sein großer Bruder, das 25“ f/3, bieten ein Maximum an Öffnung gepaart mit einer durchdachten und leichten Teleskopkonstruktion aus qualitativ hochwertigen Materialien.

Der Hutringe


Die zwei Hutringe sind aus geschweißten und mattschwarz pulverbeschichteten Aluminiumrahmen aufgebaut und über sechs Karbonstangen sowie einer gefrästen Karbonplatte miteinander verbunden. Um eine möglichst stabile Spinne anbringen zu können, wurden am oberen Hutring weitere Aluprofile befestigt, mit deren Hilfe die Spinnenarme unter eine hohe Spannung gesetzt werden können.

Die Spinne selbst ist 60mm breit und exzentrisch im oberen Hutring verspannt. Über zwei Sterngriff- schrauben wird die massive Fangspiegelhalterung am Mittelteil der Spinne angebracht. Der Fangspiegel muss also selbst nach einem Ausbau nicht wieder neu justiert werden. Um ein Beschlagen des Sekundärspiegels in einer feuchten Nacht zu verhindern, ist eine Fangspiegelheizung montiert.

Als Okularauszug kommt der vielfach bewährte 2“ Moonlite mit 1:8 Untersetzung zum Einsatz, zusätzlich kann fast jeder handelsübliche Sucher montiert sowie optional ein Filterschieber der Fa. Spheretec angebracht werden. Die Hutblende besteht aus mattschwarzem PE und wird mit Sterngriffschrauben fest mit den Hutringen verbunden.

Spiegelzelle und Spiegelbox


Die Lagerung eines f/3 Spiegels verlangt der Spiegelzelle und der Spiegelbox alles ab – nichts darf sich verwinden, nichts darf sich verschieben.

Daher wurde die Zelle im Vergleich zur Modellserie "Infinity+" verstärkt, versteift und in einen geschweißten Aluminium- Rahmen eingepasst. Der Primärspiegel ruht je nach Größe auf 18 bzw. 27 Punkten. Lateral wird er in seiner Schwerpunktslinie von Kugellagern unterstützt. Die Justage erfolgt bequem von oben. Der Rahmen der Spiegelzelle ist sehr flach und in der 25“ Variante inklusive der oberen Abdeckplatte und der vier Stellfüße nur 14 Zentimeter hoch.

Zum schnellen Auskühlen des Hauptspiegels sind auf der Oberseite der Abdeckplatte vier Lüfter angebracht, die leise summend den Hauptspiegel auf die Umgebungstemperatur herunterkühlen. So ist auch der 25“ Spiegel nach nur einer halben Stunde bereit für hohe und höchste Vergrößerungen.

Die obere Holzplatte der Spiegelbox kann übrigens werkzeuglos abgenommen werden, falls der Spiegel einmal gereinigt werden muss oder man ihn zum Transport in die separat erhältliche Transportbox legen möchte.

Gitterrohrstangen und zusätzliche Verstrebungen


Damit die Teleskope der Modellserie „Horizon“ auch in sich verwindungssteif sind, wurden die unteren Stangenhalterungen massiv ausgeführt, damit sie den 8 Karbon- Gitterrohrstangen mit einem Durchmesser von 20mm bzw. 24mm einen sicheren Halt geben. Beim Aufbau des Teleskops werden die insgesamt vier Stangenpaare auf die dafür vorgesehenen M8- Schrauben gefädelt und mit Sterngriffmuttern geklemmt.

Zwei der Stangenhalterungen sind auf der vorderen Querstrebe montiert, die mit der vollen Profilfläche an den Höhenrädern anliegt. Gleichzeitig ist sie mit zwei weiteren Karbonstreben mit dem Rahmen der Spiegelbox verbunden. Das ermöglicht ein sehr direktes und präzises Nachführen von Hand - selbst bei hohen Vergrößerungen. Oben werden die Stangen mit Hilfe von kraftvollen Hebelschrauben mit dem Hut verbunden.

Rockerbox


Die Rockerbox besteht aus einem geschweißten und mattschwarz pulverbeschichteten Aluminium- Rahmen, der zusätzlich mit Eckprofilen versteift ist. Darunter ist die Lauffläche aus Holz aufgeschraubt. Wie auch die Höhenräder läuft die Rockerbox auf der altbewährten Teflon- Ebony- Paarung, die ein sehr geringes Losbrechmoment besitzt und die Nachführung damit besonders angenehm macht.

In der Mitte der Rockerbox befindet sich eine Aluminium- Platte, die für die Montage von digitalen Teilkreisen (BDSC) vorbereitet ist. Auf der Platte werden die Encoder und die Steuerungsplatine mit dem BlueTooth Modul montiert, so dass die Teilkreise drahtlos und ohne Kabelsalat mit dem Smartphone kommunizieren können. Platz für die Stromversorgung ist ebenfalls vorhanden.