Spiegeloptiken


Trägermaterial


Als Trägermaterial für Spiegeloptiken in Teleskopen kommen nur wenige Glassorten in Frage. Wichtig ist nicht nur, dass der Spiegel schnell auskühlt, sondern beim Auskühlen auch die Form hält. Der Ausdehnungskoeffizient sollte also so klein wie möglich sein.

Hier gibt es deutliche Unterschiede zwischen den einzelnen Trägermaterialien. Zum Beispiel hat die Glassorte „BK7“, welche oftmals bei günstigen Teleskopspiegeln zum Einsatz kommt, einen Ausdehnungskoeffizienten von 7.1x10e-6/K, während er bei „Pyrex“ und „Borofloat 33“ bei 3.2x10e-6/K liegt, also nur halb so groß ist. Sehr teure Gläser wie Zerodur haben sogar einen Ausdehnungskoeffizienten von nur 0.1x10e-6/K, also ein Wert, der 30-fach niedriger liegt als der von Pyrex. Daher eignen sie sich besonders gut für die Herstellung von Prüfgläsern.

Da Pyrex nur schwer zu bekommen ist, verwendet Spacewalk Telescopes für seine Spiegeloptiken aus Eigenfertigung bis 18" Öffnung die Glassorte „Borofloat 33“, für größere Optiken von 20" bis hin zu 25" hingegen das Trägermaterial „Supremax“ der Firma Schott aus Mainz. Beide Sorten haben einen identischen Ausdehnungskoeffizienten wie „Pyrex“ und verziehen sich während des Auskühlprozesses am Beginn einer Beobachtungsnacht deswegen auch nur halb so stark wie günstige Teleskopspiegel aus „BK7“.

Bis zu einer Spiegelgröße von 455mm liegt die Randdicke der Glasrohlinge bei 25mm, darüber werden die Optiken aus 31mm bzw. 34mm starken Rohlingen gefertigt. Andere Dicken des Trägermaterials sind auf Anfrage erhältlich.

Spiegelbeschichtung


Alle Spiegel werden mit einer Aluminiumbeschichtung ausgeliefert, die zusätzlich mit einer SiO- Schutzschicht haltbarer gemacht wird.

Der Reflexionsgrad der Beschichtung liegt bei 94% im UV- Bereich (380nm), bei 92% im visuellen Bereich (550nm) und fällt im Nahen Infrarot (800nm) auf 87% ab. Damit erreichen die Spiegeloptiken über das gesamte Spektrum der beobachtenden Astronomie einen sehr hohen Reflexionsgrad und liefern helle und kontrastreiche Bilder.