NGC 6888, Crescent- Nebel



Beschreibung


Das Sternbild Schwan ist eine wahre Fundgrube für helle und große Gasnebel, die allesamt recht klangvolle Namen tragen: angefangen vom Nordamerikanebel, weiter über den Zirrus- Nebel bis hin zum Crescent- Nebel. Wenn im Spätsommer die Dämmerung hereinbricht, man im T-Shirt unter dem hellen Band der Milchstraße steht, die Grillen zirpen und ein leichter Wind durch die Blätter und Wiesen streicht, dann ist es an der Zeit, sich all diesen hellen Gasnebeln zu widmen, von denen ein jeder anders ist.

Der Crescent- Nebel zum Beispiel ist einer der hellsten Nebel, die einen Wolf- Rayet Stern umgeben. Inmitten der leuchtenden Gasmassen findet man einen Stern mit der Bezeichnung "WR 136", der dafür verantwortlich ist, dass es den Crescent- Nebel überhaupt gibt - 3x so groß wie die Sonne, 15x so massereich und mit einer Oberflächentemperatur von 70.000 Kelvin. Er leuchtet so hell wie 250.000 Sonnen und taucht seine Umgebung in ein gleißend helles Licht. Die gewaltigen Sternwinde tragen die äußeren Schichten des Sterns nach außen in den Weltraum, wo sie einer Geschwindigkeit von 6 Millionen Stundenkilometern mit den umgebenden Gasmassen kollidieren und Schockfronten ausbilden.

All das lässt sich wunderbar im Teleskop verfolgen - natürlich umso detaillierter, je größer die Öffnung ist. In meinem 20" f/3 ist NGC 6888 schon ohne Nebelfilter als fahle Sichel erkennbar, doch erst mit einem UHC- Filter offenbart sich die wahre Schönheit. Mit Vergrößerungen von V=200x und mehr lassen sich die weit verstreuten Nebelfetzen leicht erkennen und verfolgen - ganz besonders deutlich an der äußeren Schockfront, die heller als der restliche Teil des Crescent- Nebels erscheint. Das Innere des Nebels leuchtet nur schwach und ist bei weitem nicht so strukturreich wie der turbulente Rand.

Und inmitten all dieser Nebelfetzen leuchtet ein weißlich- gelber Stern, der für das ganze Spektakel verantwortlich ist: WR 136!


Zeichnung